Ernährung und Psychologie – Blog Marie Aari | Ernährung, Gesundheit, Lebenshilfe

Aug/10

11

ADHS: Aufmerksamkeit Defizit und Hyperaktivität Störung

 

 

ADHS

= Aufmerksamkeits-Defizit, Hyperaktivitäts-Störung (ADHS)
(veraltete Bezeichnung = Hyperkinetisches Syndrom, Aufmerksamkeitsdefizitstörung)

Informationen für Erkrankte und Angehörige

1. Was ist ADHS?

Die Krankheit ADHS ist eine Stoffwechselstörung, der eine Störung/ bzw. eine Fehlsteuerung im Gehirn zugrunde liegt. Die Aufmerksamkeit lässt sich von ADHS betroffenen Person nicht ausreichend zu steuern. Die Konzentration auf eine Aufgabe/ einen Sachverhalt wird unzureichend aufrecht erhalten. So sind ADHS betroffene Personen leicht abgelenkt. Sie scheinen in Gesprächen “abwesend” oder entscheiden bei Sachverhalten impulsiv – ohne über die mögliche Konsequenz nachgedacht zu haben.

ADHS betroffene Menschen reagieren leicht auf äußere Reize und meist über-aktiv.

Die Hyperaktivität liegt vor, da für die ADHS betroffene Person “vieles” wichtig ist. ADHS Erkrankten ist es oftmals nicht möglich „Wichtig“ von „Unwichtig“ zu trennen. Dadurch entsteht körperliche/ innere Unruhe, Hyperaktivität und impulsives Verhalten.

Es werden folgende drei ADHS-Typen unterschieden:

  • vorwiegend hyperaktiver Typus (Anteil Hyperaktivität größer als Aufmerksamkeitsdefizit)
  • vorwiegend unaufmerksamer Typus, träumerischer Typ (Anteil Aufmerksamkeitsdefizit größer als Hyperaktivität )
  • Mischtypus (Anteile Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizit ähnlich ausgeprägt)

2. Welche Beschwerden und Symptome treten auf?

  • Unaufmerksamkeit
  • Hyperaktiviät, bei Mädchen oftmals Rückzug, “Träumerin”, ist mit sich alleine völlig zufrieden, spielt als Kind “offensichtlich” alleine, macht keine Probleme, ein vermeintlicher Sonnenschein für Eltern – doch VORSICHT, der Schein trügt (!!)
  • Impulsivität (Entscheidungen werden unüberlegt und impulsiv getroffen)
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • ADHS betroffene Person scheint in Gesprächen abwesend
  • Schwierigkeiten bei der Selbstregulation (d.h. das eigene Denken, Handeln und Fühlen zu steuern)
  • Schwierigkeiten in sozialem Verhalten
  • “Zappelphillipp”, ständig in Bewegung, Bewegungsdrang
  • Schwierigkeiten bei Organisation und Planung, mangelnde Selbstorganisation
  • Gewichtsverlust durch innerliche Unruhe
  • Nervösität, “sprunghaftes” Verhalten, Stimmungsschwankungen
  • bei sensiblen Menschen Verdauungsbeschwerden, Psychische Beschwerden, Depression, Sucht etc.
  • Tendenz zu Allergien (Heuschnupfen, Pollen, Lebensmittelallergie, Lebensmittelunverträglichkeit etc.)

Positive Eigenschaften sind bei ADHS-betroffenen Personen oftmals Kreativität, Fröhlichkeit, Fürsorglich, Ideenreich, Interesse etc. ADHS betroffene Menschen sind die geborenen Künstler !!

3. Was ist die Ursache von ADHS?

Meist wird die ADHS vererbt und ist ein genetischer Defekt.

Die Krankheit ADHS ist eine Stoffwechselstörung, der eine Störung/ bzw. eine Fehlsteuerung im Gehirn zugrunde liegt.

4. Wie verläuft die ADHS?

Die ADHS-Erkrankung ist nicht heilbar. Eine lebenslange Behandlung/ Therapie ist notwendig. Durch eine individuell angepasste Behandlung/ Therapie kann die Situation grundlegend verbessert werden.

5. Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose beinhaltet eine ausführliche Familienanamnese (incl. Schwangerschaft), neurologische Untersuchungen (z.B. EEG), Verhaltensbeobachtung, Konzentrationstest etc.

Die ADHS wird im Regelfall bereits in der Kindheit diagnostiziert. Ist dies nicht der Fall und die ADHS wird nicht erkannt (bei evtl. mangelnder Aufmerksamkeit/ Einfühlungsvermögen der Eltern und/ oder diverser externer Faktoren) erschwert das die Diagnostik erheblich.

Oft vergehen dann Jahre bis die Diagnose gestellt wird, da der/ die Betroffene andere Symptome entwickelt (psychische Störungen, Depression, Sucht etc. durch Symptom-Verschiebung), die dann „FALSCH“ (!!) behandelt werden und zu keiner Heilung führen.

Es entstehen lediglich vermeintliche Besserungen und weitere Symptom-Verschiebungen, d.h. ein Symptom wandelt sich in ein anderes Symptom (z.B. aus einer Alkoholabhängigkeit wird eine Depression etc.).

6. Behandlung

Die Behandlung/ Therapie erfolgt LEBENSLANG.

Da die Symptome altersabhängig stark variieren ist eine individuell angepasste Therapie/ Behandlung notwendig.

Die Behandlung/ Therapie erfolgt durch psychologischer Betreuung, mit Medikamenten, Bewegung und Sport sowie einer individuell angepassten Nährstofftherapie und Ernährungsberatung.

Hilfreich ist zudem Verhaltenstraining, Selbstregulationstraining, Konzentrationstraining und Gedächtnistraining etc.

Bei ADHS fehlen Nervenbotenstoffe oder existieren unzureichend. Diese mangelnde Konzentration oder im Gleichgewicht gestörten Nervenbotenstoffe können durch Medikamente ausgeglichen werden.

Medikamente beeinflussen gezielt die Nervenbotenstoffe Dopamin, Serotonin und Noradrenalin.

z.B. Psychopharmaka: Wirkstoff Methylphenidat (Ritalin SR oder LA, Equasym, Medikinet, Concerta)

z.B. Antidepressiva, Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, reversible MAO-Hemmer.

Tipps

  • ausreichend Schlafen
  • Bewegung und Sport als festen Bestandteil in Alltag integrieren
  • Routine im Alltag schaffen
  • Gewohnheiten erleichtern
  • nicht denken, sondern TUN
  • sofort schriftliche Notizen machen (aufschreiben was wichtig ist)
  • nichts auf die “lange Bank” schieben. Sofort handeln
  • Minimal-Maximal-Prinzip: mit dem möglichst minimalen Einsatz, das möglichste tun. Das bedeutet, mit einfachen Dingen, Produkten, Schriften, Handlungen arbeiten.
  • Alternativen suchen z.B. die einfache Alternative wählen und anstelle dem Hightech-Produkt mit vielen Zusatzmöglichkeiten die einfache Variante wählen. (Computer, Programme, Geräte, Sachen, Gegenstände etc.).
  • ADHS ist eine Krankheit und KEIN Hindernis.

Mit ADHS ist es möglich alles zu tun, und am Leben ebenso erfolgreich teilzuhaben wie als gesunder Mensch. Lediglich die Lebensumstände und die Handlungsweisen müssen der Situation angepasst werden. Deshalb ist es wichtig in Kenntnis der Krankheit zu sein. Oftmals ist und bleibt ADHS lange unentdeckt und es wird aufgrund “Symptomverschiebung” eine falsche Diagnose gestellt.

Die Ursprungs-Krankheit ADHS bleibt verborgen.

Allerdings ist die effektive und nachhaltig Behandlung erst möglich, wenn die Ursache ADHS diagnostiziert wird.

7. Mögliche Folgen bei Nicht-Behandlung

  • Symptomverschiebung
  • Psychische Störung
  • Sucht, Süchte (Alkohol, Drogen, Zigaretten, Essstörungen etc.)
  • Depression
  • Angststörung, Panikstörung
  • Soziale Phobie, Persönlichkeitsstörungen

8. Ernährung bei ADHS

Da bei ADHS eine Störung im Gehirnstoffwechsel zugrunde liegt, sollten wichtige Gehirnfettsäuren ausreichend durch die Ernährung aufgenommen werden. Zudem ist eine ausreichende Versorgung mit Zink und Magnesium notwendig (Zink und Magnesium sind wichtig für den Gehirnstoffwechsel).

Weiter empfehlenswert ist die Aufnahme von Speisen/ Kohlenhydraten die langsam ins Blut übergehen (sogenannte Lebensmittel mit niedrigem Glyx-Wert). Zu meiden sind Weissmehlprodukte, Zucker und Süßigkeiten.

Günstig sind Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Fett aus Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen.

Vitamine und Mineralstoffe sollten durch reichlich Gemüse und Obst aufgenommen werden. Zu meiden sind Obst- sowie Gemüsekonserven.

Gehirnfettsäuren/ Omega-3-Fettsäuren sind z.B. enthalten in:

  • Fetter Fisch (Hering, Thunfisch, Lachs, Makrele, Sardine)
  • Gehirnfettsäuren/ Omega-6-Fettsäuren sind z.B. enthalten in:
  • Schweinefleisch
  • Pute
  • Rindfleisch
  • Magnesium und Zink sind z.B. enthalten in:
  • Fleisch (Zink)
  • Nüsse (Zink und Magnesium)
  • Kakaopulver (Zink)
  • getrocknete Pfifferlinge, Pilze (Zink und Magnesium)
  • Samen (Zink und Magnesium)
  • Weizenkleie, Weizenkeime, Roggen-Keime (Zink und Magnesium)
  • Hülsenfrüchte (Magnesium)

9. ADHS – die göttliche Krankheit?

Denkanstöße – ohne Worte

„Halte im Gedächtnis Jesus Christus, …“ (2. Timotheus 2,8 – Elb)

„Behaltet die Gebote im Gedächtnis, die ich euch heute verkünde!“ (5. Mose 6,6)

„Aus diesem Grund werde ich euch wie eine Last aufheben und wegwerfen, sodass ich euch nicht mehr sehen muss. Genauso werde ich auch Jerusalem aus meinem Gedächtnis auslöschen, die Stadt, die ich doch euch und euren Vorfahren gegeben habe. (Jeremia 23,39)

10. Tipps

10. Tipps für Angehörige und Freunde

Die Beschwerden des Betroffenen sollten ernst genommen werden. Es handelt sich weder um einen Hypochonder noch um einen über-sensiblen Menschen.

ADHS ist eine Krankheit, gegen die willentlich nicht „an-gekämpft“ werden kann. Appelle an den Verstand des Betroffenen sind somit nicht nur vollkommen überflüssig und sinnlos sondern schädigen zusätzlich.

Unterstützen Sie den Betroffenen bei der Artsuche, Arztauswahl etc.

11. Links

http://de.wikipedia.org/wiki/ADHS
http://www.adhs-deutschland.de

http://www.info-adhs.de

Quellen u.a. Wikipedia, diverse Internet und Literatur

- Grundlegend für die Harmonie des Menschen
ist der Einklang von Körper, Geist und Seele -

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1 comment

  • Christian · 9. September 2010 um 14:30

    Ein Hinweis für Angehörige und Betroffene: Die Uniklinik Gießen ist auf diesem Gebiet sehr aktiv, und sollte daher auch über fundierte Kenntnisse im Bereich ADHS verfügen.

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