Ernährung und Psychologie – Blog Marie Aari | Ernährung, Gesundheit, Lebenshilfe

Jan/10

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Ernährung: Histamin – Histaminintoleranz

Histaminintoleranz

= Sensibilität auf Histamin = Histaminose

Informationen für Erkrankte und Angehörige

1. Was ist eine Histamin?

Histamin ist ein biogenes Amin das durch den Abbau der Aminosäure Histidin entsteht. Biogene Amine sind Stoffe, die in einem Organismus entstehen und dort ihre Wirkung entfalten.

Histamin ist ein Gewebehormon das die Gefäße erweitert und somit den Blutdruck senkt, die Muskeln zusammenzieht und die Salzsäureproduktion im Magen anregt.

2. Was ist eine Histaminintoleranz/ der Unverträglichkeit von Histamin/ die Histaminose?

Die Histaminintoleranz ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Histaminintoleranz ist keine Allergie.

Bei der Histaminintoleranz wird mehr Histamin aufgenommen als der Körper abbauen kann.
Für den Abbau von Histamin im Körper ist das Enzym Diaminoxidase (=DAO) zuständig. Bei einer Histaminintoleranz ist die Funktion des Enzym Diaminoxidase vermindert. Somit wird Histamin im Körper nicht ausreichend abgebaut und es kommt zu Beschwerden.

Histamin wird durch Nahrungsmittel, Medikamente oder Getränke aufgenommen. Auch Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Säureregulatoren enthalten Histamin.

Histamin wird entweder direkt aufgenommen (z.B. Soja) oder durch ein Histamin freisetzenden Stoff (z.B. Ananas). Dazu gibt es Stoffe, die das Enzym Diaminoxidase (DAO) im Körper hemmen und somit den Abbau von Histamin einschränken. Deshalb muss bei einer Histaminintoleranz auch auf diese Stoffe geachtet werden (z.B. Alkohol, Kakao etc.).

3. Was ist die Ursache einer Histaminintoleranz/ der Histaminose?

Eine Histaminintoleranz wird meist im Laufe des Lebens erworben. In selten Fällen kann sie aber auch angeboren sein.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer, da Männer mehr von dem Histamin abbauenden Enzym Diaminoxidase (=DAO) produzieren.

4. Welche Beschwerden und Symptome treten auf?

  • Bauchschmerzen, Durchfall, Blähungen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, “heiß und kalt”-Empfinden, Migräne
  • Hautrötung, Hautausschlag, Nesselsucht, Jucken
  • laufende Nase, Atembeschwerden, Asthma
  • Erbrechen, Übelkeit
  • niedriger Blutdruck, Herzrhythmusstörung, Herzrasen
  • Müdigkeit, Verwirrtheit

5. Wie verläuft die Histaminintoleranz/ der Unverträglichkeit von Histamin?

Die Histaminintoleranz kann durch die geeignete Diät (histaminarme Diät/ histaminarme Ernährung) und durch Medikamente günstig beeinflusst werden. Es muss individuell getestet werden wie viel Histamin vertragen wird.

6. Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose erfolgt über einen Provokation-Test oder über die DAO (=Diaminoxidase) Bestimmung im Blut. Sofern zur Diagnostik der Histamin Provokation-Test angewandt wird, sollte dieser stationär erfolgen, da hierbei lebensbedrohende Zustände auftreten können.

Eine weitere Möglichkeit ist eine 2-4-wöchige histaminarme, bzw. möglichst histaminfreie Diät. Verschwinden die Symptome oder besser sich dadurch drastisch, ist eine Histaminintoleranz sehr wahrscheinlich.

7. Behandlung

Die Behandlung ist eine möglichst histaminfreie bzw. histaminarme Ernährung.

Histamin komplett zu meiden ist utopisch. Deshalb wird die histaminarme Ernährung empfohlen.

8. Mögliche Folgen bei Nicht-Behandlung

Wird die Histaminintoleranz nicht erkannt, bzw. nicht behandelt kann Histamin im Körper nicht ausreichend abgebaut werden was zu bestehenden Beschwerden und Symptomen führt.
D
.h. die Beschwerden bleiben bestehen (aufgeführte Symptome unter Punkt 4 “welche Beschwerden und Symptome treten auf”?).

9. Medikamente

Vorsicht bei Medikamente:

Viele Medikamente hemmen das Enzym Diaminoxidase (=DAO) und blockieren somit den Abbau von Histamin im Körper oder/ und setzten Histamin frei.

Hierzu zählen z.B. Muskelrelaxantien (Muskelentspanner/ -Beruhiger), ASS (z.B. Aspirin) und NASR (Schmerzmittel und Entzündungshemmer)

Folgende Medikamente sollten gemieden werden, da sie entweder das Enzym Diaminoxidase (=DAO) hemmen und somit den Abbau von Histamin blockieren oder die Freisetzung von Histamin fördern.

Medikamente die den Histaminabbau blockieren, bzw. die Freisetzung von Histamin begünstigen:

  • Acetylcystein ACC (Schleimhemmer/ Schleimlöser) z.B. in Pulmovent, Aeromuc
  • Ambroxol (Schleimhemmer/ Schleimlöser) z.B. in Mucosolvan, Muscospas, Ambrobene, Ambroxol
  • Amitryptilin (Antidepressivum) z.B. in Saroten
  • Chlroroquin (Malariemittel, Antirheumatika) z.B. in Resochin
  • Clavulansäure (Antibiotika) z.B. in Augmentin
  • Cycloserin (Antibiotika)
  • Metamizol (Schmerzmittel) z.B. in Buscopan compositum, Novalgin
  • Metoclopramid (Medikament für Magen/ Darm) z.B. in Paspertin, Ceolat compositum
  • Propafenon (Medikament bei Herzrhythmusstörung) z.B. in Rytmonorm
  • Theophyllin (Medikament bei Asthma) z.B. in Euphyllin
  • Verapamil (Blutdruckmedikament) z.B. in Isoptin
  • Acetylsalicylsäure ASS z.B. in Aspirin, ASS
  • Diclofenac z.B. in Voltaren, Neurofenac, Neodolpasse, Deflamat, Diclobene
  • Mefenaminsäure (Antirheumatikum) z.B. in Parkamed
  • Muskelrelaxantien (Muskelentspanner) z.B. Pancuronium, Alcuronium, C-Tubocurarin
  • Naproxen (Medikament bei Fieber und Schmerzen) z.B. in Proxen, Miranax
  • NASR (Nicht-Steroidale Antirheumatika) z.B. in Voltaren
  • Opiate (Schmerzmittel)
  • Röntgenkontrastmittel, Propanidid (Narkosemittel)

10. Zusatzstoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe:

Folgende Zusatzstoffe und Konservierungsstoffe sollten bei einer Histaminintoleranz gemieden werden:

  • Geschmacksverstärker: Glutamat, Glutamate, E620, E621, E622, E623, E624, E625
  • Farbstoffe: Tartrazin, Chinolingelb, E102, Gelborange S, E110, Azorubin, E122, E123, Cochenillerot A., E124, Erythrosin, E127
  • Konservierungsstoffe: Sorbinsäure, E200, E201, E202, E203, Benzonate, Benzoesäure, E210, E211, E212, E213, PHP-Ester, E220, E221, E222, E223, E224, E225, E226, E227, Dipheyil, E231, Orthaphenyl, E232, Thrabenrudazol
  • Nitrit, Nitrate, E251, E252
  • Sulfit, Antioxidantien, Buthylhydroxiansiol (BHA), Buthylhydroxitoluol (BHT)
  • Säureregulator, Di-, Tri- und Polyhposphate

11. Ernährung bei Histaminintoleranz

Wichtig ist die histaminarme bzw. möglichst histaminfreie Ernährung. Evtl. muss die Ernährung komplett und langfristig umgestellt werden. Hierzu ist ein Ernährungsberater eine große Hilfe. Gerne unterstütze ich Sie. Schreiben Sie mir: Ernährungsberatung Marie Aari.

Ich empfehle auf eine ausreichende Vitamin C – Zufuhr zu achten, da dadurch das Histamin im Körper schneller abgebaut werden kann. Weiter ist Vitamin B6 bei der Histaminintoleranz ein wichtiges Vitamin (empfohlener Tagesbedarf ist 1,2mg Vitamin B6). Die verzehrten Nahrungsmittel sollten frisch oder tiefgekühlt sein, da durch die Lagerung von Lebensmitteln biogene Amine/ Histamin entsteht.

Merke: Je frischer desto besser/ verträglicher bei einer Histaminintoleranz.

Bei Bedarf können Medikamente/ Tabletten zugeführt werden, die das Histamin abbauen (z.B. Daosin, PelLind). Erhältlich in der Apotheke.

geeignete Lebensmittel bei Histaminintoleranz:

  • Obst: Apfel, Nektarinen, Pfirsich, Kirschen, Blaubeeren, Heidelbeeren, Preiselbeeren, Litschi, Mango, Khaki, Kirschen, Aprikosen, Melonen, frische Bananen, Stachelbeeren, , Zitronen, Johannisbeeren
  • Gemüse: frisches oder tiefgekühltes Gemüse, grüner Salat, Blattsalat, Blumenkohl, Kohlsorten, Brokkoli, Rote Beete, Chicorée, Feldsalat, Gurken, Karotten, Kürbis, Knoblauch frisch, Lauch, Mais, Mangold, Paprika, Radieschen, Rettich, Paprika, Rhabarber, Spargel, Zucchini, Zwiebel
  • Kartoffeln, Reis, Nudeln, Maisnudeln, Reisnudeln
  • Getreide, Getreideprodukte, Maismehl, Reismehl, Hirsemehl
  • Haferflocken, Reiswaffeln, Hefe freies Roggenbrot, Mais-Reis-Knäckebrot
  • Frische Milchprodukte: frische Milch, H-Milch, Buttermilch, Joghurt, Quark, Rahm, Sahne, Frischkäse, Mozzarella, Topfen, Butter, junge Käsesorten (auch Butterkäse), Frischkäse (z.B. Hüttenkäse), Doppelrahmfrischkäse, Streichkäse, Sauermilchprodukte, Sauermilch, Trinkmolke

Milchprodukte sind mit VORSICHT zu genießen. Vor allem fermentierte Milchprodukte verursachen oft Beschwerden. Fermentierte Milchprodukte sind z.B. Sauermilch, Sauerrahm, Joghurt, Kefir, Käse. Nicht fermentierte Milchprodukte sind z.B. Rohmilch, Vollmilch, Magermilch, Sahne, Buttermilch und Kondensmilch.
Weiter setzt Casein (das Milcheiweiß) Histamin in den Mastzellen frei. Deshalb werden Milchprodukte häufig bei der Histaminintoleranz nicht vertragen. Deshalb empfehle ich individuell zu testen welche oben genannten frischen Milchprodukte vertragen werden.

  • Fleisch und Fisch: frisches Fleisch und frischer oder tiefgekühlter Fisch (am besten aus kaltem Hochseegewässer), frische Wurst (z.B. Wiener, Frankfurter, Weißwurst, Streichwurst)
  • Kräuter, Gewürze
  • Pflanzenöl, Essigessenz, Apfelessig, Olivenöl
  • Margarine, Butter
  • Fleisch, Geflügel und Fisch (frisch oder tiefgefroren)
  • Eigelb
  • Wasser, Kaffee, Kräuter-Tee, untergärige Bier (z.B. Pils)
  • Reismilch, Kokosmilch, Hafermilch
  • Salz, Zucker, Süßstoff

ungeeignete Lebensmittel bei Histaminintoleranz:

  • Obst: reife Bananen, Birnen, Orangen, Grapefruit, Erdbeeren, Ananas, Kiwi, Papaya, Himbeeren, Pflaumen, Trauben
  • Gemüse: Sauerkraut, Auberginen, Avocado, Pilze, eingelegtes/ konservierte Gemüse (Rote Beete, Gurken, etc.), Gemüsekonserven, Knoblauch, Tomaten, Spinat
  • Fruchtsäfte, Tomatensaft, Tomatenmark, Fertiggerichte
  • Amaranth, Keime, Sprossen (z.B. Weizenkeime), Weizenprodukte, Brot mit Hefe
  • Hülsenfrüchte, Bohnen, Kichererbsen, Oliven
  • Soja, Sojaprodukte, Sojasauce, Tofu
  • Milchprodukte: Hartkäse (umso gereifter/ älter desto histaminhaltiger), Emmentaler, Edamer, Bergkäse, Cheddar, Parmesan, Tilsiter, alter Gouda, Camembert, Brie, Weichkäse, Camembert, Blauschimmelkäse, Gorgonzola, Roquefort, Bavaria Blue, Schmelzkäse, Harzer Käse
  • Laktosefreie Milch, Eiweiß
  • Fleisch: Salami, Bratwurst, Aufschnitt, Cervelatwurst, Landjäger, Mettwurst, Rohschinken, Parmaschinken, Westfäler Schinken, Speck, Innereien, geräucherte Produkte, gepökelte Produkte, gesalzene Produkte, Marinierte Produkte etc.
  • Fisch: geräucherte Produkte, gepökelte Produkte, gesalzene Produkte, Marinierte Produkte (z.B. Rollmops, Matjes), Thunfisch, Makrele, Sardine, Sardelle, Krustentiere, Hering, Konserven, getrocknete Fische, Fischsaucen
  • Nüsse: Walnüsse, Cashewnüsse, Erdnüsse
  • Tafelessig, Rotweinessig
  • Hefe, Hefeextrakt, Hefepasten
  • Kakao, Schokolade, Honig, Marmelade, Erdnusscreme, Nuss-Nougat-Creme, Schokocreme, pflanzliche vegetarische Brotaufstriche
  • Schwarzer Tee, Grüner Tee, Mate Tee, Energy Drinks/ Energie Getränke
  • Alkohol: Wein (v.a. Rotwein), Sekt, Champagner, Bier (v.a. Hefeweizen), Spirituosen
  • Süßigkeiten: Knabbergebäck, Schokolade, Marzipan, Konservierungsstoffe und Farbstoffe
  • scharfe Gewürze, Knoblauch-Gewürz, Suppengewürz

VORSICHT bei Zitronensäure/ Citronensäure !!

12. Tipps

Sind weiterhin Beschwerden vorhanden ist die Abklärung weiterer Unverträglichkeiten empfehlenswert.

13. Links

Quellen u.a. Wikipedia, diverse Internet und Literatur

- Grundlegend für die Harmonie des Menschen
ist der Einklang von Körper, Geist und Seele -

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