Ernährung und Psychologie - Blog Marie Aari - Ernährung, Gesundheit, Lebenshilfe

Nov/09

25

Ernährung: Laktoseintoleranz – Lactose

Laktoseintoleranz

= Unverträglichkeit von Lactose/ Milchzucker

Informationen für Erkrankte und Angehörige

1. Was ist eine Laktoseintoleranz/ die Unverträglichkeit von Lactose?

Bei der Laktoseintoleranz wird die Lactose (= der Milchzucker) nicht vertragen.

Für die Spaltung der Lactose wird im Körper das Enzym Lactase benötigt. Bei einer Laktoseintoleranz ist dieses Enzym nicht oder unzureichend vorhanden.

Folglich kann die Fructose nicht gespalten werden und wird im Dünndarm nicht aufgenommen. Die Lactose gelangt in den Dickdarm, wo sie dann Beschwerden verursacht.

Laktose ist das Kohlenhydrat in der Milch, das in Milchprodukten enthalten ist.

2. Was ist die Ursache einer Laktoseintoleranz?

Eine Laktoseintoleranz kann angeboren oder erworben sein.

3. Welche Beschwerden und Symptome treten auf?

  • Bauchkrämpfe
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Beschwerden von Magen und Darm
  • Calciummangel

4. Wie verläuft die Laktoseintoleranz/ die Unverträglichkeit von Lactose?

Die Laktoseintoleranz kann vorübergehend oder lebenslang bestehen. Wichtig ist die Einhaltung einer laktosearmen bzw. laktosefreien Ernährung.

Die Laktoseverträglichkeit ist von der Menge der aufgenommenen Lactose abhängig. So muss individuell getestet werden wie viel Lactose vertragen wird.

5. Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose kann über einen H2 Atemtest oder einer Lactose-Provokationstest erfolgen.

6. Behandlung

Die Behandlung ist eine laktosearme bzw. lactosefreie Ernährung.

7. Mögliche Folgen bei Nicht-Behandlung

Wird die Laktoseintoleranz nicht erkannt, bzw. nicht behandelt gelangt Lactose in den Dickdarm wo sie verstoffwechselt wird. Dabei entstehen Gase was zu Blähungen und Bauchkrämpfen führt.

Dazu ziehen die Milchzuckermoleküle ziehen viel Flüssigkeit in den Darm so dass es zu Durchfällen kommt.
Die Beschwerden bleiben bestehen (aufgeführte Symptome unter Punkt 3 “welche Beschwerden und Symptome treten auf”?).

8. Ernährung

Wichtig ist die laktosearme bzw. laktosefreie Ernährung. Bei Bedarf können Tabletten zugeführt werden, die die Lactose spalten. Erhältlich in Drogerie und Apotheke.

geeignete Lebensmittel bei Laktoseintoleranz:

  • Soja, Sojaprodukte
  • Reismilch, Hafermilch, Sojamilch, Kokosmilch, Mandelmilch
  • Milchsäure (E 270)
  • Lactate (E 325 – E 327)
  • diverse Hart-Käse (viele Hartkäse enthalten keine bzw. minimalste Spuren Lactose. Lactosefreier Käse ist häufig teuer verkaufter Käse. Viele “normale” Käseprodukte enthalten ebenso wenig Lactose).
  • Laktosefreie Ersatz-Produkte (laktosefreie Milch, laktosefreier Joghurt, laktosefreie Butter, laktosefreier Käse etc.)
    VORSICHT: empfindliche Menschen vertragen auch keine lactosefreien Produkte, da IMMER ein Restgehalt Lactose enthalten ist.
    Dazu enthalten Lactosefreie Produkte hohe Mengen Galaktose (=Schleimzucker), was die Leber belastet).
  • Fleisch, Geflügel, Fisch
  • Eier
  • Marmelade
  • Kaffee, Tee, Fruchtsäfte, Gemüsesäfte
  • Obst
  • Gemüse
  • Öl, Nüsse, Samen, Hülsenfrüchte
  • Salz, Zucker, Süßstoff, Honig
  • Rohmilch der Kuh (Vorsicht: Jede im Handel verkaufte Milch ist pasteurisiert. Rohmilch ist im Handel nicht erhältlich. Lediglich beim Bauern direkt).
  • selbst gemachter lactosefreier Joghurt – Informationen und Anleitung siehe hier
  • selbst gemachter lactosefreier Kefir – Informationen und Anleitung siehe hier

ungeeignete Lebensmittel bei Laktoseintoleranz:

  • Milch und Milchprodukte (Ausnahme: Rohmilch d.h. weder pasteurisiert, homogenisiert noch ultrahocherhitzt. Rohmilch ist im Handel nicht erhältlich. Evtl. kann Rohmilch direkt vom Bauern bezogen werden.)
  • Kefir, Buttermilch, Dickmilch
  • Milchpulver, Süßmolkenpulver, Dickmilchpulver, Magermilchpulver, Vollmilchpulver, Joghurtpulver
  • Sahne
  • Frischkäse und Schmelzkäse
  • Fertiggerichte (z.B. Kartoffelpüree Pulver, Soßen, Cremespeisen, Cremesuppen
  • Fast-Food Produkte, Kroketten
  • Schokolade, Nuss-Nougat-Creme
  • Süßigkeiten
  • Milchzucker
  • Molke, Molkenerzeugnisse, Sprühsüßmolke
  • Quark
  • Joghurt
  • Kondensmilch, Kaffeeweißer
  • Butter (ausprobieren. Oftmals wird Butter trotz Lactoseintoleranz vertragen)
  • Eiscreme
  • Pudding, Milchreis, Grießbrei
  • Backwaren, Kuchen, Torten, Waffeln

Vorsicht bei Medikamente:
Viele Medikamente enthalten Lactose !!! Fragen Sie in der Apotheke nach, ob Lactose enthalten ist.

9. Tipps

  • Ernährungsprotokoll führen: so können individuelle Verträglichkeiten getestet werden. Evtl. liegt eine weitere Verdauungsschwäche oder Unverträglichkeit vor (z.B. Fruktose/ Fruktoseintoleranz, Histamin, Sorbit etc.)
  • Oft ist eine Laktoseintoleranz mit einer Glutenunverträglichkeit (Getreideunverträglichkeit, Sprue) verbunden. Empfehlenswert ist die Abklärung der Unverträglichkeit von Gluten.
  • Ernährungsberatung – info@marie-aari.de
  • Psychologische Beratung – info@marie-aari.de

Sind weiterhin Beschwerden vorhanden ist die Abklärung weiterer Unverträglichkeiten empfehlenswert.

Laktosefreie Produkte:
Laktosefreie Milch, Joghurt, Butter, Käse etc. gibt es mittlerweile in vielen Lebensmittelmärkten (Real, Rewe, Edeka, Kaufland, Netto, Kaufhof etc.) sowie in Apotheken, im Reformhaus oder Bioladen.

10. Tipps für Angehörige und Freunde

Die Beschwerden des Betroffenen ernst nehmen. Es handelt sich weder um einen Hypochonder noch um einen übersensiblen Menschen.
Nahrungsmittelunverträglichkeiten lösen schwerwiegende Probleme aus, und sind somit unbedingt zu behandeln.
Unterstützen Sie den Betroffenen in seiner Ernährung, der Artsuche, Arztauswahl etc.

11. Links

http://www.symptome.ch
http://www.onmeda.de/foren/
http://www.libase.de/

Quellen u.a. Wikipedia, diverse Internet und Literatur


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Grundlegend für die Harmonie des Menschen
ist der Einklang von Körper, Geist und Seele -

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